Hüftendoprothetik
Bei fortgeschrittener Coxarthrose mit verschmälertem Gelenkspalt, subchondraler Sklerosierung und osteophytären Anbauten ersetzen wir das Hüftgelenk durch eine Totalendoprothese. Wir implantieren zementfreie Zweymüller-Schäfte und Pressfit-Pfannen ebenso wie Hybridlösungen bei osteoporotischer Knochenqualität.
Der Zugang erfolgt bevorzugt minimalinvasiv über den anterolateralen Zugang nach Watson-Jones, um die pelvitrochantäre Muskulatur zu schonen. Bei Dysplasiecoxarthrose planen wir die Pfannenposition anhand digitaler Templating-Aufnahmen und setzen bei Bedarf Stützschalen ein.
Aseptische Schaftlockerungen und periprothetische Frakturen nach Vancouver versorgen wir revisionsendoprothetisch. Die Nachbehandlung richtet sich nach dem Sofortbelastungskonzept mit Teilbelastung an Unterarmgehstützen und frühzeitiger Gangschulung.
Präoperativ klären wir Kontraindikationen wie floride Coxitis und beurteilen Beinlängendifferenz sowie Offset anhand der Beckenübersichtsaufnahme. Die Standzeit moderner Gleitpaarungen aus Keramik-Polyethylen liegt bei regelrechter Implantation deutlich über fünfzehn Jahren.
Knieendoprothetik
Die fortgeschrittene Gonarthrose mit Varus- oder Valgusfehlstellung, retropatellarer Beteiligung und aufgebrauchtem medialem Gelenkspalt behandeln wir durch unikondyläre Schlittenprothese oder bikondyläre Oberflächenersatzprothese. Entscheidend ist die Integrität des vorderen Kreuzbandes und die Bandführung in Extension und Flexion.
Bei isolierter medialer Kompartmentarthrose nach Morbus Ahlbäck wählen wir den unikondylären Ersatz, sofern das laterale Kompartment arthroskopisch unauffällig ist. Achskorrekturen über acht Grad gleichen wir über die Resektionshöhe und das Weichteilbalancing aus.
Patellofemorale Instabilität und eine ausgeprägte Retropatellararthrose berücksichtigen wir durch Patellarückflächenersatz. Postoperative Bewegungseinschränkungen gehen wir früh mit CPM-Schiene und Lymphdrainage an, um Arthrofibrose zu vermeiden.
Revisionsfälle mit Knochendefekten nach AORI klassifizieren wir und überbrücken sie mit Augmenten oder metaphyären Sleeves. Die Thromboseprophylaxe erfolgt leitliniengerecht mit niedermolekularem Heparin über mindestens vierzehn Tage.
Arthroskopische Gelenkchirurgie
Über Standardportale führen wir diagnostische und therapeutische Arthroskopien an Knie, Schulter, Sprunggelenk und Hüfte durch. Typische Indikationen sind Korbhenkelrisse des Meniskus, freie Gelenkkörper bei Osteochondrosis dissecans sowie Labrumläsionen der Hüfte im Rahmen eines femoroazetabulären Impingements.
Meniskusrefixationen nähen wir all-inside oder outside-in, um die Lastverteilung im tibiofemoralen Gelenk zu erhalten. Bei Kreuzbandrupturen rekonstruieren wir das VKB anatomisch mit Semitendinosus-Gracilis-Sehne in Einzelbündeltechnik und femoraler TightRope-Fixation.
Am Schultergelenk adressieren wir SLAP-Läsionen, Bankart-Läsionen nach vorderer Schulterluxation und partielle Supraspinatusrupturen. Die subacromiale Dekompression kombinieren wir bei Outlet-Impingement mit einer Akromioplastik nach Neer.
Knorpelschäden vom Grad III und IV nach Outerbridge behandeln wir mit Mikrofrakturierung nach Steadman oder autologer matrixinduzierter Chondrogenese. Die Nachbehandlung erfolgt entlastend im Brace mit limitierter Flexion über sechs Wochen.
Wirbelsäulentherapie
Lumbale Nucleus-pulposus-Prolapse mit radikulärer Ischialgie, Spinalkanalstenosen und Facettengelenksarthrosen bilden den Schwerpunkt der schnittbildgestützten Wirbelsäulensprechstunde. Die klinische Zuordnung erfolgt über Lasègue, Bragard, Kennmuskeln und Dermatome der Segmente L4 bis S1.
Bei therapierefraktärer Lumboischialgie führen wir CT-gestützte periradikuläre Therapien sowie Facettengelenksinfiltrationen mit Lokalanästhetikum und kristallinem Kortikoid durch. Chronische Facettenschmerzen behandeln wir zusätzlich durch thermische Denervation der Rami dorsales.
Osteoporotische Sinterungsfrakturen der Brust- und Lendenwirbelsäule versorgen wir bei anhaltender Klopfschmerzhaftigkeit mittels Ballonkyphoplastie. Instabile Spondylolisthesen und therapieresistente Spinalkanalstenosen überweisen wir zur mikrochirurgischen Dekompression an unsere Kooperationspartner.
Zervikale Syndrome mit Brachialgie und positivem Spurling-Zeichen klären wir mittels MRT der Halswirbelsäule ab. Die konservative Schiene umfasst Stufenbettlagerung, NSAR, Flupirtin bei Muskelhartspann und gezielte Krankengymnastik nach Brügger.
Schulter- und Ellenbogenchirurgie
Die Omarthrose, die Tendinosis calcarea der Rotatorenmanschette und das Outlet-Impingement nach Bigliani gehören zu den häufigsten Schulterbefunden in unserer Sprechstunde. Klinisch prüfen wir Jobe-Test, Hawkins-Kennedy, Belly-Press und die Außenrotationskraft gegen Widerstand.
Komplette Supraspinatusrupturen mit Sehnenretraktion bis Grad 2 nach Patte refixieren wir arthroskopisch doppeltreihig. Bei irreparabler Massive-Ruptur und sekundärer Cuff-Tear-Arthropathie implantieren wir eine inverse Schultertotalendoprothese nach Grammont.
Am Ellenbogen behandeln wir die Epicondylitis humeri radialis nach erfolgloser Stoßwelle durch Denervation nach Wilhelm oder arthroskopische Kapselrelease. Freie Gelenkkörper bei Osteochondrosis dissecans des Capitulum humeri entfernen wir arthroskopisch.
Die Frozen Shoulder im Stadium der Adhäsiven Kapsulitis behandeln wir zunächst mit intraartikulärer Kortikoidinstillation und anschließend mit Narkosemobilisation, falls die Außenrotation unter 20 Grad bleibt. Nach der Mobilisation beginnt sofort die intensive Physiotherapie.
Fuß- und Sprunggelenkorthopädie
Hallux valgus mit Metatarsus primus varus, Hammer- und Krallenzehen sowie die Morton-Neuralgie im dritten Intermetatarsalraum versorgen wir je nach Schweregrad konservativ oder operativ. Die Indikation zur Korrekturosteotomie stellen wir ab einem Intermetatarsalwinkel über 13 Grad und einem Hallux-valgus-Winkel über 30 Grad.
Wir führen die Chevron-Osteotomie, die Scarf-Osteotomie und bei ausgeprägtem Metatarsus primus varus die basisnahe laterale Zügelungsosteotomie durch. Die Akin-Osteotomie ergänzen wir bei Hallux-interphalangeus-Deformität.
Chronische Instabilität des oberen Sprunggelenks nach fibularer Bandruptur stabilisieren wir anatomisch nach Broström-Gould. Osteochondrale Läsionen der Talusschulter behandeln wir arthroskopisch mit Mikrofrakturierung oder autologer matrixinduzierter Chondrogenese.
Die Plantarfasziitis und der Fersensporn sprechen in über 70 Prozent der Fälle auf fokussierte Stoßwellentherapie an. Bei therapierefraktärer Achillodynie prüfen wir eine Haglund-Exostose und eine Bursitis subachillea im seitlichen Röntgen und im MRT.
Sportorthopädie
Sportlerinnen und Sportler aus dem Breisgau betreuen wir bei akuten Distorsionen, Muskel-Sehnen-Verletzungen und Überlastungssyndromen. Häufige Befunde sind die proximale Hamstring-Tendinopathie, das mediale Tibiakantensyndrom, die Patellaspitzensyndrom-Tendinose und die Osteitis pubis.
Die vordere Kreuzbandruptur nach Valgus-Flexions-Außenrotations-Trauma rekonstruieren wir zeitnah nach Abschwellen des Hämarthros, um sekundäre Meniskusschäden zu vermeiden. Begleitende medialen Kollateralbandläsionen vom Grad I und II behandeln wir funktionell in der Hartrahmenorthese.
Laufbedingte Überlastungen der Achillessehne und der Plantarfaszie therapieren wir mit exzentrischer Belastung nach Alfredson, Stoßwelle und temporärer Einlagenversorgung. Muskelverletzungen klassifizieren wir nach Müller-Wohlfahrt und steuern die Belastungssteigerung über Schmerzgrenze und Dehnfähigkeit.
Für Vereine aus Freiburg und dem Dreisamtal erstellen wir Return-to-Play-Protokolle mit isokinetischer Kraftmessung und Hop-Tests. Die Spritze mit autologem conditioniertem Plasma setzen wir bei Tendinopathien ein, die auf Physiotherapie allein nicht ansprechen.
Osteoporose-Sprechstunde
Die Osteoporose diagnostizieren wir anhand der DXA-Knochendichtemessung an Lendenwirbelsäule und proximalem Femur nach WHO-Kriterien. Ein T-Score von minus 2,5 oder niedriger begründet bei entsprechendem Frakturrisiko die spezifische Osteoporosetherapie.
Wir erheben den FRAX-Score, laborchemisch Calcium, Phosphat, alkalische Phosphatase, 25-OH-Vitamin D, PTH und das Blutbild zum Ausschluss sekundärer Osteoporosen. Bei pathologischer BSG und M-Gradienten denken wir an ein multiples Myelom.
Die Basistherapie umfasst Cholecalciferol und Calciumsubstitution. Bei Schenkelhalsfraktur, Wirbelkörperfraktur oder hohem FRAX-Risiko leiten wir eine antiresorptive Therapie mit Alendronat, Zoledronat oder Denosumab ein und überwachen den Verlauf über Knochenumbaumarker.
Anabole Therapie mit Teriparatid behalten wir schweren Verlaufsformen mit multiplen Wirbelkörperfrakturen vor. Sturzprophylaxe, Hüftprotektoren und eine gezielte Kräftigung der Rückenstrecker gehören fest zum Therapieplan unserer Osteoporosepatienten.
Infiltrations- und Schmerztherapie
Bildwandlergestützte Infiltrationen setzen wir gezielt an Facettengelenken, Iliosakralgelenken, der Bursa subacromialis und intraartikulär am Knie- und Hüftgelenk ein. Wir verwenden Ropivacain in Kombination mit Triamcinolonacetonid und dokumentieren den Ansprechverlauf über einen Schmerzfragebogen.
Bei aktivierter Gonarthrose mit Reizerguss punktieren wir das Knie unter aseptischen Kautelen und injizieren nach Laborausschluss einer Kristallarthropathie hochmolekulare Hyaluronsäure. Die Viskosupplementation wiederholen wir in der Regel in drei Sitzungen im wöchentlichen Abstand.
Triggerpunkte der autochthonen Rückenmuskulatur und des M. piriformis infiltrieren wir mit Lokalanästhetikum. Chronische ISG-Blockierungen lösen wir durch intraartikuläre Injektion unter Durchleuchtung in Bauchlage.
Neuraltherapeutische Injektionen an Narben und Störfeldern ergänzen wir bei funktionellen Beschwerdebildern. Kontraindikationen wie Gerinnungsstörungen, floride Infekte und unzureichend eingestellter Diabetes mellitus prüfen wir vor jeder Kortikoidgabe.
Stoßwellentherapie (ESWT)
Die fokussierte extrakorporale Stoßwellentherapie setzen wir bei Tendinosis calcarea der Schulter, Epicondylitis humeri radialis, Plantarfasziitis und therapierefraktärer Achillodynie ein. Die Energieflussdichte wählen wir indikationsabhängig zwischen 0,08 und 0,35 Millijoule pro Quadratmillimeter.
Kalkdepots vom Typ I nach Gärtner im Supraspinatusansatz sprechen besonders gut an; häufig kommt es zur Desintegration des Hydroxylapatits und zur spontanen Resorption. Die Behandlung erfolgt in drei bis fünf Sitzungen im Abstand von einer Woche.
An der Ferse zielen wir auf den Ursprung der Plantaraponeurose am Tuber calcanei. Ergänzend verordnen wir Dehnung der Wadenmuskulatur, Nachtlagerungsschienen und eine Fersensporn-Einlage mit Aussparung.
Kontraindikationen sind Schwangerschaft, Gerinnungshemmung im therapeutischen Bereich, lokale Infekte und offene Wachstumsfugen. Die radiale Stoßwelle nutzen wir ergänzend bei myofaszialen Triggerpunkten der Schultergürtelmuskulatur.
Kinder- und Jugendorthopädie
In der Kindersprechstunde beurteilen wir Hüftdysplasien anhand der Sonographie nach Graf, Achsfehlstellungen wie Genu varum und Genu valgum sowie den habituellen Zehenspitzengang. Eine Graf-IIc-Hüfte behandeln wir mit der Tübinger Hüftbeugeschiene und kontrollieren die Reifung der knöchernen Pfanne sonographisch.
Den Morbus Perthes diagnostizieren wir über das Hinken, die eingeschränkte Innenrotation und die Kondensation im Hüftkopfkern. Die Therapie richtet sich nach der Lateral-Pillar-Klassifikation und dem Containment des Hüftkopfes in der Pfanne.
Die Epiphyseolysis capitis femoris ist ein Notfall: Bei Kleinwuchs, Adipositas und Leistenschmerz des Jugendlichen fertigen wir umgehend eine Lauenstein-Aufnahme an. Die Fixation erfolgt notfallmäßig durch eine kanülierte Schraube, die Gegenseite prophylaktisch je nach Risikoprofil.
Skoliosen vermessen wir nach Cobb und überwachen den Risser-Status. Ab einem Cobb-Winkel von 20 Grad und dokumentierter Progredienz leiten wir eine korsettgerechte Versorgung nach Chêneau ein und binden die Universitätsklinik Freiburg in die Verlaufskontrolle ein.
Manuelle Medizin und Chirotherapie
Blockierungen der Iliosakralgelenke, der Kopfgelenke und der BWS-Rippen-Übergänge lösen wir mit Impulstechniken nach der Deutschen Gesellschaft für Manuelle Medizin. Vor jeder Manipulation schließen wir Instabilität, frische Fraktur, entzündliche Systemerkrankung und eine Vertebralispathologie aus.
Das zervikozephale Syndrom mit Spannungskopfschmerz und eingeschränkter Rotation in den Segmenten C0/C1 behandeln wir zunächst mit weichen Mobilisationstechniken und postisometrischer Relaxation. Nur bei klarer segmentaler Hypomobilität ohne Warnhinweise setzen wir eine Impulstechnik ein.
Lumbale Blockierungen mit Hartspann des M. quadratus lumborum und positivem Vorlaufphänomen behandeln wir in Seitlage. Ergänzend verordnen wir eigenständige Übungen zur Stabilisation der tiefen Bauchmuskulatur nach dem Konzept der segmentalen Stabilisation.
Die manuelle Therapie kombinieren wir häufig mit Wärme, TENS und einer zeitlich begrenzten NSAR-Gabe. Ziel ist nicht das wiederholte Einrenken, sondern die Wiederherstellung der Gelenkspielbewegung und die Schulung alltagsgerechter Bewegungsabläufe.