Dr. med. Stefan Braun wurde 1974 in Offenburg geboren und wuchs im Ortenaukreis auf, zwischen Kinzigtal und Rheinauen. Der frühe Kontakt zur Medizin entstand über den Großvater, der als Landarzt in Gengenbach praktizierte; der Wunsch, sich dem Bewegungsapparat zu widmen, festigte sich während eines Schülerpraktikums in der unfallchirurgischen Aufnahme des Ortenau Klinikums. Nach dem Abitur am Schiller-Gymnasium Offenburg im Frühjahr 1993 immatrikulierte er sich zum Wintersemester 1993/94 für Humanmedizin an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg. Die Wahl fiel bewusst auf Freiburg: die enge Verzahnung von Anatomischem Institut, Pathologie und dem damaligen Zentrum für Chirurgie am Universitätsklinikum galt bereits in den neunziger Jahren als eine der belastbarsten vorklinisch-klinischen Ausbildungen in Baden-Württemberg.
Die vorklinischen Semester verbrachte er unter anderem am Anatomischen Institut in der Albertstraße, wo der Präparierkurs und die topographische Anatomie der Wirbelsäule, des Schultergürtels und der Hüftpfanne seinen späteren Fachschwerpunkt vorzeichneten. Im klinischen Abschnitt durchlief er die Pflichtfamulaturen an der Medizinischen Universitätsklinik, der Chirurgischen Universitätsklinik und der Orthopädischen Abteilung des Universitätsklinikums Freiburg. Das Praktische Jahr 1998/1999 absolvierte er zu gleichen Teilen in der Abteilung Orthopädie und Traumatologie sowie in der Allgemein- und Viszeralchirurgie; ein Tertial führte ihn zusätzlich in die radiologische Skelettdiagnostik. Die Ärztliche Prüfung bestand er im Herbst 1999, die Approbation als Arzt wurde ihm noch im selben Jahr durch das Regierungspräsidium Stuttgart erteilt.
Bereits parallel zur Weiterbildung entstand die Dissertation. 2001 promovierte Dr. Braun bei Prof. Dr. med. Achim Reichelt an der Orthopädischen Universitätsklinik Freiburg mit einer experimentell-klinischen Arbeit zur Primärstabilität zementfreier Press-fit-Pfannen in der Hüftendoprothetik. Die Untersuchung kombinierte Ausreißversuche am Kunstknochen mit frühen klinischen Nachuntersuchungen nach zementfreier Hüfttotalendoprothese und wurde mit magna cum laude bewertet. Die Fragestellung – Verankerungsqualität bei dysplastischer Pfanne und bei osteoporotischem Lager – prägt seine Indikationsstellung in der Coxarthrosebehandlung bis heute.
Die fachärztliche Weiterbildung begann unmittelbar nach der Approbation an der Orthopädischen und Traumatologischen Klinik des Universitätsklinikums Freiburg. Unter Prof. Reichelt und später unter Prof. Dr. med. Norbert P. Südkamp erwarb Dr. Braun die Grundlage der primären Hüft- und Knieendoprothetik, der Osteosynthese gelenknahe Frakturen sowie der konservativen Wirbelsäulenbehandlung. Zum Alltag gehörten die Indikationsstellung bei Gonarthrose und Omarthrose, die Nachbehandlung nach Kreuzbandplastik, die Punktion von Knie- und Schultergelenk und die Beurteilung konventioneller Röntgenaufnahmen nach den Kriterien von Kellgren und Lawrence. Die interdisziplinäre Frühbesprechung mit der Radiologie und der Physiotherapie am Hugstetter Standort formte sein Verständnis einer gestuften, nicht vorschnell operativen Orthopädie.
Im Jahr 2002 wechselte er an die Stiftung Orthopädische Universitätsklinik Heidelberg, eine der größten orthopädischen Fachkliniken Europas am Standort Schlierbach. Unter der ärztlichen Direktion von Prof. Dr. med. Volker Ewerbeck vertiefte er die Revisionsendoprothetik bei aseptischer Lockerung und periprothetischer Infektion, die tumororthopädische Resektion mit modularer Rekonstruktion sowie die kinderorthopädische Sprechstunde mit Hüftdysplasie, Morbus Perthes und idiopathischer Skoliose. In Heidelberg lernte er die systematische Ganganalyse, die Beckenosteotomie nach Periacetabulärer Osteotomie und die differenzierte Indikation zwischen Umstellungsosteotomie und Endoprothese am noch nicht vollständig destruierten Kniegelenk. Die wöchentliche Indikationskonferenz zwang zur Begründung jeder Implantation – eine Haltung, die er in die eigene Sprechstunde übernommen hat.
Die dritte Station der Weiterbildung führte Dr. Braun 2003 an die Berufsgenossenschaftliche Unfallklinik Tübingen. Unter Prof. Dr. med. Kuno Weise standen die berufsgenossenschaftliche Heilbehandlung, die septische Knochenchirurgie, die Rekonstruktion komplexer Gelenkverletzungen und die Begutachtung nach Verletzungen der gesetzlichen Unfallversicherung im Mittelpunkt. Er assistierte bei Marknagelungen der Tibia, bei winkelstabilen Plattenosteosynthesen am proximalen Humerus und bei der Versorgung offener Unterschenkelfrakturen nach dem Prinzip der geplanten Etappenoperation. Die enge Zusammenarbeit mit der Berufsgenossenschaft schärfte den Blick für Belastungsgrenzen, Arbeitsunfähigkeit und die realistische Prognose nach Bandruptur, Meniskusschaden oder Kalkaneusfraktur – Kenntnisse, auf die er als Gutachter später regelmäßig zurückgreift.
Im Jahr 2004 sprach die Landesärztekammer Baden-Württemberg die Anerkennung als Facharzt für Orthopädie aus. Dr. Braun blieb zunächst wissenschaftlich und klinisch am Universitätsklinikum Freiburg tätig und baute parallel ein Bündel fachbezogener Zusatzqualifikationen auf, das die konservative Breite einer wohnortnahen Praxis tragen sollte. 2005 erwarb er die Zusatzbezeichnung Sportmedizin, 2006 die Zusatzbezeichnung Chirotherapie (Manuelle Medizin) nach den Richtlinien der Deutschen Gesellschaft für Manuelle Medizin, 2007 die fachgebundene Röntgendiagnostik des Skeletts und 2008 die Zusatzbezeichnung Physikalische Therapie und Balneologie. Ergänzend durchlief er das Curriculum Spezielle Schmerztherapie der Bundesärztekammer und schloss 2011 die curricularen Anforderungen der Dachorganisation Osteologie mit dem Zertifikat Osteologe DVO ab. Damit stehen in der Sprechstunde neben der klassischen orthopädischen Untersuchung auch die Interpretation der Osteodensitometrie, die manuelle Segmentdiagnostik der Lendenwirbelsäule und ein abgestuftes Schema zur Infiltrationstherapie zur Verfügung.
Als Oberarzt am Universitätsklinikum Freiburg lag der klinische Schwerpunkt zwischen 2005 und Anfang 2009 auf der konservativen und operativen Therapie degenerativer Gelenkerkrankungen, insbesondere der fortgeschrittenen Coxarthrose und Gonarthrose, des femoroacetabulären Impingements und der Rotatorenmanschettenruptur. In dieser Zeit festigte sich die Überzeugung, dass viele Patienten mit Chondromalazie, Tendinose der Achillessehne oder Facettensyndrom ohne Implantat auskommen, wenn Diagnostik, Injektion, Orthetik und krankengymnastische Übungstherapie zeitlich präzise ineinandergreifen. Im Frühjahr 2009 ließ sich Dr. Braun in der Schusterstraße 27 in Freiburg-Herdern nieder, in einem Altbau zwischen Hauptstraße und Stadtgarten, fußläufig zur Altstadt und über die Straßenbahnlinie 4 erreichbar. Seither behandelt die Praxis gesetzlich und privat Versicherte aus Freiburg, dem Breisgau, dem Kaiserstuhl, dem Markgräflerland und dem südlichen Schwarzwald.
Dr. Braun ist Mitglied der Deutschen Gesellschaft für Orthopädie und Orthopädische Chirurgie (DGOOC), der Deutschen Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie (DGOU), des Berufsverbandes für Orthopädie und Unfallchirurgie (BVOU), der Gesellschaft für Orthopädisch-Traumatologische Sportmedizin (GOTS) und der Interdisziplinären Gesellschaft für orthopädische, unfallchirurgische und allgemeine Schmerztherapie (IGOST). Er besucht regelmäßig den DGOU-Kongress sowie den Süddeutschen Orthopädenkongress in Baden-Baden und ist als Gutachter für Träger der gesetzlichen Unfallversicherung und für private Unfallversicherer tätig. Die Fortbildungspflicht der Landesärztekammer erfüllt die Praxis überdurchschnittlich, unter anderem in den Bereichen knorpelregenerative Verfahren, hyaluronsäurebasierte Viskosupplementation, Stoßwellentherapie bei Tendinopathien und differentialdiagnostische Abgrenzung entzündlich-rheumatischer Gelenkerkrankungen gegenüber aktivierter Arthrose.
Außerhalb der Sprechstunde lebt Dr. Braun mit seiner Familie in Freiburg-Zähringen. Er wandert regelmäßig auf dem Kandel und dem Schauinsland, fährt im Winter Langlauf im Hinterzartener Hochtal und kennt dadurch die typischen Überlastungsbeschwerden der regionalen Freizeitsportler aus eigener Anschauung – vom Patellaspitzensyndrom der Läufer am Schlossberg bis zur lumbalen Blockierung nach der ersten Skitourensaison.